Welche Ergotherapie gibt es nach einer Dupuytren-Operation?
Die Dupuytren-Krankheit ist eine gutartige Verhärtung des Bindegewebes in der Handinnenfläche. Dort bilden sich Knoten und Stränge, die einzelne Finger zunehmend in eine Beugestellung ziehen. Diese Beugestellung heißt Kontraktur. Der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie nennt auf seinem Patientenportal die Operation als einzige Behandlung, die längerfristig wirkt.
Nach der Operation verordnet die Arztpraxis Ergotherapie im Kürzel SB1, der Diagnosegruppe, wenn Beweglichkeit, Kraft oder Narben im Vordergrund stehen. Im Behandlungskatalog, der festlegt, welche Behandlung bei welcher Diagnose verordnet werden darf, sind dort ausdrücklich Operationsfolgen genannt. Vorrangig verordnet wird die Behandlung für Beweglichkeit und Kraft, auf Wunsch der Arztpraxis mit ergotherapeutischer Schiene, dazu ist Wärme oder Kälte möglich. Sind zusätzlich Gefühl und Feinmotorik gestört, etwa nach einer Verletzung eines Fingernervs, kommt SB2 mit einer Behandlung für Gefühl und Koordination in Frage.
Die Dupuytren-Krankheit steht auf keiner der beiden Diagnoselisten, die Rezepte für bis zu 12 Wochen ohne Höchstzahl erlauben (Stand 1. Januar 2026). Es gelten die normalen Mengen, also bis zu 10 Termine je Rezept und ein Richtwert von 20 Terminen. Ist das Ziel nach dem Richtwert nicht erreicht, darf die Ärztin weitere Rezepte mit Begründung ausstellen. Für SB1 gibt es seit dem 1. April 2024 auch ein Rezept, auf dem die Ergotherapiepraxis Behandlung, Zahl und Abstand der Termine selbst festlegt. Dann entscheidet die Praxis auch über die Schiene.
Wann startet die Handtherapie nach der Dupuytren-Operation?
Die Handtherapie beginnt so, wie es die operierende Praxis festlegt, innerhalb der Fristen für das Rezept. Eine deutsche Leitlinie mit einem festen Zeitpunkt gibt es nicht: Im Leitlinienregister der Fachgesellschaften findet sich zur Dupuytren-Krankheit keine eigene Leitlinie (Suche am 21. September 2026). Der Berufsverband nennt als Nachbehandlung Kompressionsverband oder Drainage, tägliche Physiotherapie, Eisanwendungen, bei eingeschränkter Streckung eine Schiene, Ergotherapie nach Bedarf und Lymphdrainage bei anhaltender Schwellung.
Für das Rezept gelten zwei Fristen. Ein Rezept der Arztpraxis muss innerhalb von 28 Tagen umgesetzt werden, bei angekreuztem dringlichem Bedarf innerhalb von 14 Tagen. Wurden Sie stationär operiert, darf das Krankenhaus bei der Entlassung ein Rezept für Ergotherapie nach dem Krankenhaus für bis zu 7 Tage mitgeben. Diese Behandlung beginnt innerhalb von 7 Tagen nach der Entlassung und endet nach spätestens 12 Tagen. Die Physiotherapie nach der Operation gehört zu physiotherapeuten-verzeichnis.de.
Operation
Die handchirurgische Praxis oder Klinik entfernt die Stränge. Verfahren und Zeitpunkt der Operation gehören zur Handchirurgie. Zuständig: die operierende Ärztin oder der operierende Arzt.
Erstes Rezept
Nach stationärer Operation verordnet das Krankenhaus für bis zu 7 Tage, sonst die operierende oder weiterbehandelnde Praxis, im Kürzel SB1, bei Bedarf mit Kennzeichen für dringlichen Beginn. Zuständig: Krankenhaus oder Arztpraxis.
Erster Termin
Der erste Termin liegt bei einem Rezept aus dem Krankenhaus innerhalb von 7 Tagen nach der Entlassung, sonst innerhalb von 28 Tagen nach dem Datum auf dem Rezept, bei Dringlichkeit innerhalb von 14 Tagen. Zuständig: Sie.
Behandlungsserie
Sie haben 1 bis 3 Termine pro Woche und machen keine Pause von mehr als 14 Tagen ohne Begründung. Die Praxis beobachtet, ob sich die Streckung der operierten Finger hält. Zuständig: Ergotherapiepraxis.
Schiene nach Befund
Lassen sich die Finger weniger weit strecken als direkt nach der Operation, spricht man von einem Streckdefizit. Dann kann die Arztpraxis eine Schiene verordnen, die die Ergotherapiepraxis anfertigt und anpasst. Zuständig: Arztpraxis und Ergotherapiepraxis.
Wer fertigt die Schiene, und wann ist sie nötig?
Die ergotherapeutische Schiene fertigt die Ergotherapiepraxis, wenn das Rezept eine Behandlung für Beweglichkeit und Kraft mit dem Zusatz "mit ergotherapeutischer Schiene" nennt. Dazu gehören Lagerungsschienen, feste und bewegliche Funktionsschienen sowie redressierende Schienen, die eine Beugestellung schrittweise korrigieren. Ein ausdrückliches Ziel ist, einer erneuten Beugestellung vorzubeugen. Auf die Schiene zahlen Sie nichts zu. Bis 400 Euro rechnet die Praxis direkt ab, darüber nach genehmigtem Kostenvoranschlag.
Ob eine Schiene nach der Operation routinemäßig nötig ist, haben mehrere Studien untersucht, darunter eine mit 154 Personen. Sie verglichen Handtherapie allein mit Handtherapie plus Nachtschiene und fanden nach 12 Monaten keinen Vorteil der Schiene für alle. Die Autorinnen und Autoren empfehlen die Schiene deshalb gezielt. Sie gilt für Personen, bei denen sich nach der Operation wieder ein Streckdefizit zeigt, die ihre Finger also nicht mehr so weit strecken können wie direkt nach dem Eingriff.
| Studie | Art und Umfang | Ergebnis | Schluss der Autoren |
|---|---|---|---|
| Jerosch-Herold und andere, 2011 | Studie in 5 Kliniken, 154 Personen nach Entfernung der Stränge, 148 nach 12 Monaten nachuntersucht | kein bedeutsamer Unterschied bei Alltagsfunktion, Streckdefizit und Zufriedenheit | Nachtschiene nicht für alle, nur wenn Streckdefizite wiederkehren |
| Karam und andere, 2022 | Zusammenfassung von 4 Studien mit 295 Personen | keine bedeutsamen Unterschiede bei allen gemessenen Ergebnissen | Schiene bringt allgemein keinen Zusatznutzen, kann bei Streckdefizit gezielt eingesetzt werden |
| Yuksel und andere, 2026 | Zusammenfassung von 19 Studien zum mittleren Fingergelenk | Schiene nach der Operation ohne Einfluss auf Korrektur und Rückfall | die begrenzte Entfernung der Stränge korrigiert besser und länger als Nadelverfahren oder Kollagenase-Spritze |
Hat die operierende Praxis eine Schiene ausdrücklich vorgesehen, etwa wegen des Operationsverfahrens oder einer starken Beugestellung vor dem Eingriff?
Folgen Sie dem Plan der operierenden Praxis. Die Arztpraxis verordnet die Schiene mit dem Rezept für die Behandlung, die Ergotherapiepraxis fertigt und kontrolliert sie, und Sie zahlen dafür nichts dazu.
Zeigt sich in der Behandlung ein Streckdefizit, lassen sich die operierten Finger also weniger strecken als direkt nach der Operation?
Dafür empfehlen die Studien die Schiene gezielt, also sprechen Sie die Arztpraxis auf ein Rezept mit ergotherapeutischer Schiene an. Hat die Praxis ein Rezept, auf dem sie selbst entscheidet, entscheidet sie auch über die Schiene.
Die Studien fanden keinen Vorteil einer routinemäßigen Nachtschiene zusätzlich zur Handtherapie. Die Behandlung läuft ohne Schiene weiter, und die Praxis prüft die Streckung in jedem Termin.
Woran arbeitet die Ergotherapie nach der Operation?
Die Ergotherapie arbeitet an den Folgen der Operation und an den Tätigkeiten, die Ihnen im Alltag schwerfallen. Zur Behandlung gehört ausdrücklich auch die Handtherapie.
- Einer erneuten Beugestellung vorbeugen und die Streckung erhalten, die die Operation erreicht hat.
- Die Beweglichkeit der Gelenke in Beugung und Streckung und die Muskelkraft wiederherstellen.
- Die Narbe abhärten und Schmerzen lindern.
- Das Gefühl verbessern, bei Nervenbeteiligung mit einer eigenen Behandlung für Gefühl und Koordination.
- Greifen, Halten und feine Handbewegungen in alltagsnahen Situationen trainieren.
- Zum Arbeitsplatz und zum Alltag beraten.
Übungen für zu Hause gehören dazu, und die Ergotherapiepraxis gibt Ihnen die Übungen mit, die zu Ihrem Befund passen. Einmal je Behandlungsfall, also für alle Rezepte zu demselben Problem, ist eine Einheit von 120 Minuten für die Beratung zu Zuhause und Alltag ohne eigenes Rezept möglich. Sie zählt zu den verordneten Terminen.
Wenn die Dupuytren-Krankheit wiederkommt
Die Dupuytren-Krankheit kann nach der Operation wiederkommen. Der Berufsverband schreibt, dass es trotz aller Sorgfalt zu einem Rückfall kommen kann und dass es keine Möglichkeit gibt, ihm vorzubeugen. Eine Zusammenfassung von 19 Studien aus 2026 fand für die begrenzte Entfernung der Stränge am mittleren Fingergelenk langfristig die niedrigsten Rückfallraten im Vergleich zum Nadelverfahren und zur Spritze mit Kollagenase.
Für das Rezept zählt, ob der Behandlungsfall noch läuft. Ein Behandlungsfall umfasst alle Rezepte für dieselbe Diagnose im selben Kürzel. Ein neuer Behandlungsfall beginnt erst, wenn seit dem letzten Rezept 6 Monate ohne weiteres Rezept vergangen sind. Innerhalb des laufenden Falls darf die Ärztin weitere Rezepte ausstellen, ausdrücklich auch bei einem Rückfall oder neuen Erkrankungsphasen, und sie dokumentiert die Gründe.
- Klären Sie schon vor der Operation, wer Sie nachbehandelt und wer das erste Rezept ausstellt, das Krankenhaus oder die Arztpraxis.
- Vereinbaren Sie den ersten Termin in der Ergotherapiepraxis vor der Operation, damit der Beginn innerhalb der Frist sicher ist.
- Prüfen Sie das Rezept: Diagnose M72.0, Kürzel SB1 oder bei Nervenbeteiligung SB2, Behandlung für Beweglichkeit und Kraft, bei Bedarf mit Schiene, Kennzeichen für dringlichen Beginn.
- Achten Sie in der Behandlung darauf, ob sich die Streckung der Finger hält, und sprechen Sie ein neues Streckdefizit sofort an.
Die Zuzahlung beträgt 10 Prozent der Kosten plus 10 Euro je Rezept, ab dem 1. Januar 2027 plus 15 Euro. Ein Termin zur Behandlung von Beweglichkeit und Kraft kostet die Kasse seit dem 1. Juli 2026 59,27 Euro. Zehn Termine kosten Sie 2026 also 69,30 Euro und 2027 dann 74,30 Euro, die Schiene kostet Sie nichts.
Häufige Fragen
Wann beginnt die Ergotherapie nach einer Dupuytren-Operation?
Die Ergotherapie nach einer Dupuytren-Operation beginnt, wie es die operierende Praxis festlegt, spätestens 28 Tage nach dem Datum auf dem Rezept, bei angekreuztem dringlichem Bedarf nach 14 Tagen. Nach einer stationären Operation darf das Krankenhaus für die erste Woche ein Rezept mitgeben, und diese Behandlung beginnt innerhalb von 7 Tagen nach der Entlassung. Einen festen Tag nennt keine deutsche Leitlinie.
Wer fertigt die Schiene nach einer Dupuytren-Operation?
Die Schiene nach einer Dupuytren-Operation fertigt die Ergotherapiepraxis, wenn das Rezept eine Behandlung für Beweglichkeit und Kraft mit dem Zusatz ergotherapeutische Schiene nennt. Sie stellt die Schiene her, passt sie an und korrigiert sie, und Sie zahlen dafür nichts dazu. Eine dauerhaft getragene Orthese ist dagegen ein Hilfsmittel aus Sanitätshaus oder Orthopädietechnik.
Wie viele Termine Ergotherapie zahlt die Krankenkasse nach einer Dupuytren-Operation?
Nach einer Dupuytren-Operation zahlt die Krankenkasse im Kürzel SB1 bis zu 10 Termine Ergotherapie je Rezept, bei einem Richtwert von 20 Terminen für das Ziel. Die Dupuytren-Krankheit steht auf keiner der Diagnoselisten mit besonderem oder langfristigem Bedarf. Reicht die Menge nicht, darf die Ärztin weitere Rezepte mit Begründung ausstellen, auch bei einem Rückfall.
Muss ich nach einer Dupuytren-Operation nachts eine Schiene tragen?
Eine Nachtschiene nach einer Dupuytren-Operation ist nicht für alle nötig. Eine Studie mit 154 Personen fand nach 12 Monaten keinen Unterschied zwischen Handtherapie allein und Handtherapie plus Nachtschiene, und die Autoren raten zur Schiene, wenn wieder ein Streckdefizit auftritt. Sieht die operierende Praxis eine Schiene vor, gilt ihr Plan.
Kann die Dupuytren-Kontraktur nach der Operation wiederkommen?
Ja, die Dupuytren-Kontraktur kann nach der Operation wiederkommen. Der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie schreibt, dass ein Rückfall trotz aller Sorgfalt möglich ist und es keine Möglichkeit gibt, ihm vorzubeugen. Für die Ergotherapie gilt: Im laufenden Behandlungsfall darf die Ärztin auch bei einem Rückfall weitere Rezepte ausstellen.
